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Waldbrand vermeiden — richtig verhalten im Wald

Trockene Sommer lassen die Waldbrandgefahr auch bei uns im Taunus steigen. Die gute Nachricht: Fast jeder Wald­brand ließe sich verhindern, denn ausgelöst werden sie fast immer von Menschen. Ein paar einfache Regeln genügen.

Fast immer ist der Mensch die Ursache

Blitzschlag als natürliche Ursache ist bei uns die große Ausnahme: Wo sich die Ursache überhaupt ermitteln lässt, gehen nahezu alle Wald- und Vegetationsbrände auf den Menschen zurück — im Mittel der Jahre 1992–2023 rund 96 % — meist Unachtsamkeit, oft auch Brandstiftung (Waldbrandstatistik, BMEL). Der kleine natürliche Rest entsteht fast nur durch Blitzschlag — andere natürliche Zündquellen gibt es bei uns praktisch nicht. Die häufigsten Auslöser:

  • Weggeworfene Zigaretten — im Wald, am Wegrand oder aus dem Autofenster.
  • Offenes Feuer und Grillen außerhalb ausgewiesener Stellen; Funkenflug und Glut vom Lagerfeuer.
  • Heiße Fahrzeuge über trockenem Gras: Katalysator und Abgasanlage werden mehrere hundert Grad heiß und können dürres Gras direkt entzünden.
  • Funken von Maschinen, Waldarbeit oder Feuerwerk.
Mythos & Wirklichkeit — die Glasscherbe: Dass eine weggeworfene Scherbe wie ein Brennglas den Wald entzündet, hört man oft — es ist aber ein widerlegter Mythos. Der Deutsche Wetterdienst stuft Brände durch den Brennglaseffekt bei uns als „sehr unwahrscheinlich“ ein; in einem Feldversuch von DWD und TU Braunschweig entzündete selbst unter optimalen Bedingungen keine Scherbe trockenes Streu — Fachleute nennen die Theorie schlicht eine „Mär“. Eine flache Scherbe bündelt das Sonnenlicht gar nicht, und selbst eine ideale Kugel-Linse müsste exakt im Brennpunkt (rund 20–30 cm über dem Boden) ruhig gehalten werden. Dokumentiert ist kein einziger so ausgelöster Waldbrand. Die echten Auslöser sind fast immer offenes Feuer und Glut.

Quellen zum Brennglas-Mythos: DWD — „Waldbrände durch Glasscherben – Mythos oder Realität?“ · mimikama — Faktencheck Brennglaseffekt · BR24 #Faktenfuchs

Müll gehört trotzdem niemals in den Wald.

Auch wenn Scherben so gut wie nie ein Feuer auslösen: Glas, Flaschen, Dosen und Plastik verletzen Wildtiere, vergiften Boden und Wasser und bleiben dort über Jahrzehnte. Was du mit in den Wald nimmst, nimmst du auch wieder mit — restlos.

So verhältst du dich richtig im Wald

  • Rauchverbot beachten: Von März bis Oktober ist das Rauchen im Wald generell verboten — und wirf niemals eine Kippe weg, auch nicht aus dem Auto. Sie ist nicht nur Zündquelle, sondern giftiger Sondermüll: Eine einzige Kippe kann bis zu 60 Liter Wasser verseuchen — mit Nikotin, Arsen, Blei und Cadmium (Deutsche Umwelthilfe).
  • Kein offenes Feuer, kein Grill im Wald und in seiner Nähe — nur an offiziell ausgewiesenen Feuerstellen.
  • Nicht auf trockenem Gras parken. Stell das Auto nur auf befestigten oder ausgewiesenen Flächen ab.
  • Zufahrten und Waldwege freihalten — im Ernstfall müssen unsere Fahrzeuge durchkommen. Mehr dazu hier.
  • Müll und Glas wieder mitnehmen.
  • Bei hoher Warnstufe den Wald meiden. Das Hessische Forstministerium ruft bei anhaltender Trockenheit Warnstufen aus (Stufe A = hohe Gefahr).
Ein heißer Auspuff über dürrem Gras genügt.

Schon das Abstellen eines warmen Verbrenners auf trockener Wiese kann einen Flächenbrand auslösen: Katalysator und Abgasanlage werden mehrere hundert Grad heiß und können dürres Gras direkt entzünden — ganz ohne Feuer und Zigarette. Ein E-Auto hat keinen heißen Auspuff und löst beim Parken keinen Gras- oder Flächenbrand aus. Stell trotzdem kein Fahrzeug über hohem, trockenem Bewuchs ab.

Wenn du ein Feuer entdeckst

Sofort 112 anrufenMelde jeden Entstehungsbrand lieber einmal zu viel als zu spät — je früher wir da sind, desto kleiner bleibt das Feuer.
Standort genau angebenIm Wald helfen die nummerierten Rettungspunkte. Die kostenlose App „Hilfe im Wald“ zeigt den nächsten Punkt und seine Koordinaten — nenne diese Nummer am Telefon.
Dich in Sicherheit bringenGeh dem Rauch quer zur Windrichtung aus dem Weg. Kleine Brände nur löschen, wenn es gefahrlos möglich ist — dein Leben geht vor.
Die Zufahrt frei machenHalte Wege frei und weise anrückende Kräfte ein, wenn du kannst.

Für genau solche Lagen hat unsere Wehr den geländegängigen GW-L KatS mit Waldbrand-Modul. Der beste Brand ist aber der, der gar nicht erst entsteht — und da kann jede und jeder mithelfen.

Kurz gesagt: Keine Kippen, kein offenes Feuer, nicht auf trockenem Gras parken — und bei hoher Warnstufe den Wald meiden. Entdeckst du Feuer: 112, Rettungspunkt nennen, in Sicherheit gehen.
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Fragen dazu?

Sprich uns an — dienstags ab 19 Uhr im Gerätehaus oder per E-Mail.

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