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Knoten & Stiche

Wenige Knoten sichern bei der Feuerwehr Geräte, Lasten — und Menschen. Hier die wichtigsten: wofür sie da sind, wie sie gehen und warum sie sitzen müssen.

Warum Knoten bei der Feuerwehr?

Das wichtigste Arbeitsmittel dafür ist die Feuerwehrleine — eine rund 30 Meter lange Leine im Leinenbeutel, die vor allem der Angriffstrupp mitführt. Mit den richtigen Knoten lässt sich damit erstaunlich viel machen:

  • Geräte hochziehen — Strahlrohr, Werkzeug oder eine Leiter sicher zum Trupp in die Höhe bringen.
  • Gegenstände befestigen — die Leine schnell und fest an Pfosten, Geländer oder Sprosse anschlagen.
  • Leinen verlängern — zwei Leinen zuverlässig miteinander verbinden.
  • Sichern und retten — sich selbst oder andere gegen Absturz sichern.

Das Besondere an Feuerwehrknoten: Sie halten unter Last bombenfest, lassen sich aber auch nach starkem Zug schnell wieder öffnen — mit klammen Fingern, Handschuhen und im Dunkeln. Deshalb sind es nur wenige, dafür sitzen sie im Schlaf.

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1. Mastwurf

Mastwurf an einem Holzstab
So sitzt der fertige Mastwurf. Foto: U.S. Coast Guard · gemeinfrei (CC0)

Wofür: Der wichtigste Feuerwehrknoten. Zum Befestigen der Leine an einem Gegenstand — Pfosten, Geländer, Leitersprosse — und als Grundlage vieler Sicherungen.

So geht’s (gelegter Mastwurf, über ein freies Ende):

Zwei gleiche Schlaufen legenBeide in dieselbe Richtung drehen — sie müssen identisch aussehen.
Schlaufen übereinanderlegenDie rechte Schlaufe hinter die linke schieben, sodass sie sich überlappen.
Über den Gegenstand streifenBeide Schlaufen zusammen über Pfosten oder Sprosse ziehen.
FestziehenAn beiden Enden anziehen — fertig sitzt der Mastwurf.
Warum wichtig: Er hält in jede Richtung, verrutscht nicht und lässt sich trotzdem blitzschnell lösen. Deshalb ist er die Basis für Sicherung und Selbstrettung (Brustbund).

2. Zimmermannsstich

Zimmermannsstich aus Seil gelegt
Zimmermannsstich (Zimmermannsschlag). Foto: Jiver / Wikimedia Commons · gemeinfrei

Wofür: Zum Hochziehen und Ziehen langer Gegenstände — Leitern, Stangen, Balken, Schläuche.

So geht’s:

Leine um den Gegenstand legenEinmal ganz herumführen.
Ende um die Zugleine führenDas lose Ende hinter der straffen Leine herumlegen.
Mehrmals um sich selbst wickelnDas Ende zwei- bis dreimal um den eigenen Strang schlingen.
StraffziehenAm Zugende ziehen — der Knoten zieht sich von selbst fest.
Warum wichtig: Je stärker der Zug, desto fester hält er — und sobald die Last weg ist, geht er mühelos wieder auf. Ideal, um schwere Dinge kontrolliert zu bewegen.

3. Schotenstich

Schotenstich verbindet zwei Leinen
Schotenstich verbindet zwei Leinen. Foto: Markus Bärlocher / Wikimedia Commons · gemeinfrei

Wofür: Zum Verbinden zweier Leinen — auch wenn sie unterschiedlich dick sind, wo ein einfacher Knoten rutschen würde.

So geht’s:

Bucht bildenIn der dickeren Leine eine Schlaufe (Bucht) formen.
Zweite Leine durchsteckenDie dünnere Leine von unten durch die Bucht führen.
Um beide Schenkel herumDas Ende einmal um beide Stränge der Bucht legen.
Unter sich selbst zurückDas Ende unter der eigenen Leine hindurchführen und festziehen. Für mehr Halt zweimal umschlingen (doppelter Schotenstich).
Warum wichtig: Reicht eine Leine nicht, entsteht so eine sichere Verlängerung, die auch bei ungleich dicken Leinen hält.

4. Spierenstich

Spierenstich als Sicherungsknoten
Spierenstich als Sicherung. Foto: Markus Bärlocher / Wikimedia Commons · gemeinfrei

Wofür: Ein Sicherungsknoten. Er sichert das Ende eines anderen Knotens — etwa Mastwurf oder Brustbund — gegen Aufgehen.

So geht’s:

Ende an die Leine legenDas lose Ende neben die straffe Leine halten.
Zweimal umschlingenDas Ende zweimal um die Leine wickeln.
Zurückführen und festziehenDurch die entstandenen Schlaufen zurück und anziehen — der Knoten klemmt fest.
Warum wichtig: Ein gesicherter Knoten geht auch bei wechselnder Belastung nicht auf. Bei Sicherung und Rettung kann genau das überlebenswichtig sein.

Aus Knoten werden Rettungstechniken

Aus diesen Bausteinen setzen sich die wichtigen Sicherungen zusammen: Der Brustbund — ein Mastwurf um den Brustkorb, gesichert mit einem Spierenstich — hält eine Person und dient zur Selbstrettung oder zum Sichern. Für Verbände in der Ersten Hilfe eignet sich der Kreuzknoten (links über rechts, dann rechts über links): Er liegt flach und drückt nicht.

Übung macht den Meister: Im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Nachdenken — deshalb übt die Feuerwehr Knoten so lange, bis sie blind, mit Handschuhen und im Dunkeln sitzen. Am besten einmal in Ruhe zeigen lassen: dienstags im Gerätehaus.
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Selbst mal ausprobieren?

Bei uns lernst du die Knoten in Ruhe — dienstags ab 19 Uhr im Gerätehaus.

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